Eine wichtige Motivation für unsere SchlerInnen, deutsch zu lernen und eine einmalige Gelegenheit, Deutschland und seine Kultur “von innen” kennen zu lernen: Nicht als Touristen, sondern als Gäste einer deutschen Familie, GastschülerInnen einer deutschen Schule.

SECHS HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN ZUM SCHÜLERAUSTAUSCH

1. Wann findet der Schüleraustausch statt?
Jedes Jahr fliegen die ausgewählten TeilnehmerInnen Ende November/Anfang Dezember  nach Deutschland und kehren im Februar nach Chile zurück.
Die SchülerInnen leben in dieser Zeit als Gäste in einer deutschen Familie und besuchen ein Gymnasium, eine Realschule oder eine Gesamtschule am Wohnort der Gastfamilie.

2. Wer organisiert den Schüleraustausch?

Der Schüleraustausch wird von dem Deutsch-Chilenischen Bund (DCB) in Zusammenarbeit mit der DSC Concepción und der Schulbeauftragen für den Schüleraustausch, Monika Alarcón, geb. Dreyer,organisiert.

3. Wer kann daran teilnehmen?
Alle SchülerInnen der 11. Klassen, die nach langen Jahren intensiven Deutschunterrichts so die Gelegenheit erhalten, ihre Sprachkenntnisse im Gastland anzuwenden und dabei zu perfektionieren. In diesem Schuljahr dürfen erstmals auch SchülerInnen der 10. Klassen am Austausch teilnehmen, da in Deutschland der Austausch ebenfalls um eine Klassenstufe vorverlegt wird.

Selbstverständlich können die SchülerInnen der 10. Klassen auch im kommenden Jahr, wenn sie also in der 11. Klasse sind, noch am Austausch teilnehmen. Ab dem Jahr 2011 wird der Austausch an der deutschen Schule allerdings nur noch in der 10. Klasse erfolgen.

Die endgültige Auswahl der TeilnehmerInnen erfolgt nach der Einschreibung im März durch das Lehrerkollegium.

 

Kritierien für die Auswahl:

  • Leistungsbezogene Kriterien

(Gesamtnotendurchschnitt, Deutschnote)
Die SchülerInnen der 10. Klassen müssen nachweisen, dass sie das Sprachdiplom A2 bestanden haben

  • Verhalten
  • Mitarbeit im Unterricht und Interesse an der deutschen Sprache und Kultur

Die Aufnahme erfolgt unter der Bedingung, dass die chilenische Familie sich im Gegenzug dazu verpflichtet, einen deutschen Schüler oder eine deutsche Schülerin für einige Wochen oder Monate aufzunehmen.

Von der Teilnahme ausgeschlossen sind daher in der Regel SchülerInnen, deren Familien nicht die Möglichkeit haben, deutsche SchülerInnen im Gegenaustausch bei sich aufzunehmen.

4. Warum empfiehlt es sich, am Schüleraustausch teilzunehmen?

Weil es eine unwiederbringliche Gelegenheit ist, ein Land und seine Sprache intensiv kennen zu lernen, seine Kultur von innen heraus zu verstehen. Wer als Tourist nach Deutschland kommt, sieht als Fremder eine fremde Kultur, sieht das Besondere, das Schöne, aber er hat den Blick von außen.

Die Teilnahme am Schüleraustausch hingegen ermöglicht dem Jugendlichen einen interkulturellen Lernprozess, in dem er kurzfristig teilnimmt am Alltagsleben in dieser anderen, fremden Kultur.

Dies erfordert eine Sensibilisierung des Schülers im Vorfeld und seine Bereitschaft, sich auf das Neue einzulassen, sich zu öffnen, vorgefasste Meinungen und Vorurteile aufzugeben.

Wer zurückkommt, sieht in der Regel nicht nur die bislang doch fremde, deutsche Kultur mit anderen Augen – oft werden nun auch auch die eigenen kulturellen Werte und Normen kritisch hinterfragt, am Erlernten und Erlebten gemessen.

 

Kurzum: das Gesichtsfeld ist weiter geworden, neue Perspektiven haben sich eröffnet, viele Schüler schreiben nach ihrer Rückkehr, dass der Aufenthalt in Deutschland eine der wichtigsten Erfahrungen in ihrem bisherigen Leben gewesen ist.

5. Wieviel kostet die Teilnahme am Schüleraustausch?

Jede Familie, die sich für den Schüleraustausch einschreibt, muss mit Kosten in Höhe von ca. $ 1.500.000 – 1.700.000 rechnen, die zwischen Mai und Oktober in drei Raten bezahlt werden. (eine konkrete Angabe ist derzeit nicht möglich, da sich immer wieder die Flugpreise ändern können)

Hinzu kommen mindestens 500 Euro, die der Schüler in Deutschland für seine Ausgaben benötigt.

In besonderen Härtefällen gibt es die Möglichkeit, ein Stipendium zu beantragen. Es empfiehlt sich, diesen Antrag schon bei der Einschreibung zu stellen.Die Deutsche Schule kann allerdings über diese Anträge nicht entscheiden, sondern sie nur an den DCB weiterleiten. Leider können  sich Familien, die schon von der Deutschen Schule materielle Erleichterungen (zB beim Schulgeld) erhalten, nicht für dieses Stipendium bewerben.

6. Vorbereitung auf den Schüleraustausch:
Im ersten Semester finden mehrere Vorbereitungstreffen statt, darunter auch ein Treffen von Eltern und Schülern mit Ingrid von Francheville vom DCB Santiago.

Die TeilnehmerInnen erhalten nach der Einschreibung eine Mappe mit allen Unterlagen und werden zudem rechtzeitig über alle zu erledigenden Zahlungen und “tramites” informiert.

Im zweiten Semester finden ebenfalls zwei Treffen mit Ingrid von Francheville statt und dazu Vorbereitungssitzungen mit der Beauftragten für den Schüleraustausch bzw gibt es in den betreffenden Klassenstufen Unterrichtsprojekte, die den Austausch vorbereiten helfen sollen.

In dieser Zeit wird von den SchülerInnen auch erwartet, dass sie gemeinsam ein Projekt über Chile und seine Kultur in deutscher Sprache erarbeiten, das sie dann im Gastland an “ihrer” Schule vorstellen sollen.

 
 
 

Durch das immer grösser werdende Interesse unserer SchülerInnen am Schüleraustausch mit Deutschland hat sich auch die Zahl der deutschen SchülerInnen vergrössert, die für einige Wochen oder Monate als Gastschüler an unsere Schule kommen.

Diese Schüler nehmen in der Zeit ihres Aufenthaltes am regulären Schulunterricht in den 10 und 11. Klassen teil. Zusätzlich haben sie die Aufgabe, im Rahmen ihrer Kenntnisse Kurz-Vorträge in spanischer Sprache über ihr Land und bestimmte Themen, die sie sich selbst aussuchen dürfen, vor unseren Schülern zu halten. Dies kann auf Wunsch der Deutschen auch wahlweise vor Schülern der Unterstufe sein.

Sie bekommen in diesem Jahr die Möglichkeit geboten, am Unterricht in der Unterstufe bzw an den Aktivitäten des Kindergartens teilzunehmen, um ihre Spanischkenntnisse zu erweitern.

 

Während unsere Schüler sich aufgrund ihrer bislang erworbenen Kenntnisse der deutschen Sprache relativ leicht in den Unterrichtsbetrieb einer deutschen Schule eingliedern können, hat es sich in den letzten Jahren gezeigt, dass unsere Gäste aufgrund ihrer zum Teil rudimentären Spanischkenntisse kaum dem Unterricht in der chilenischen Oberstufe folgen können. Da der Spanischunterricht in Deutschland nicht Teil des regulären Lehrplans ist, kann auch nicht erwartet werden, dass die deutschen Schüler mit vergleichbaren Sprachkenntnissen nach Chile kommen.

Um diesen Schülern nun doch auch im Rahmen des Schulunterrichts die Möglichkeit zu geben, ein möglichst breites Spektrum der chilenischen Kultur kennen zu lernen, sollen sie ein vergleichendes Projekt über Deutschland und Chile ausarbeiten. Bei der Erstellung dieses Projektes können sie mit den Schülern der 11. Klassen zusammen arbeiten, die als Vorbereitung auf ihren Deutschlandaufenthalt ebenfalls an diesem Projekt arbeiten werden.